Archiv für den Autor: Uwe Roemisch

Jahresrückblick 2017

Liebe Mitglieder und Freunde,

ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr liegt hinter der Bürgerinitiative für den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark e.V. und gibt mir die Gelegenheit für einen kurzen Rückblick.

Als erstes möchte ich kurz an den – von vielen vielleicht schon vergessenen – Umbruch im Vorstand des Vereins im Mai erinnern. Jörg Brecht gab damals den Vorstandsvorsitz ab, Siegrun Päßler und Miriam Desjardins schieden aus dem Vorstand aus. An ihre Stelle rückten Folkhart Funk als Vorsitzender, Thomas Jasny als Schriftführer und Uwe Römisch als Beisitzer. Der Wechsel ging problemlos von statten, weil alle Mitglieder des alten und des neuen Vorstandes weiterhin viel Energie und Expertise in die Vereinsarbeit investierten. Gleichermaßen zeigt dieser glatte Wechsel aber auch die Kreativität, die Initiative und das Engagement der gesamten aktiven Mitgliedschaft. So gilt, auch im Namen des Vorstandes, zu allererst mein herzlicher Dank allen Mitgliedern und Freunden, die sich für unsere Ziele eingesetzt haben.

Inhaltlich beschäftigten uns seit dem Frühjahr dieses Jahres die Veranstaltungen im Rahmen der Bürgerinformation, die Planfeststellungsbeschlüsse in den städtischen Gremien sowie der Architektenwettbewerb zum Innovationsquartier. Die BI zeigte auf allen diesen Veranstaltungen eine zahlreiche, unüberhörbare und kreative Präsenz. Wer sich noch einmal darüber informieren möchte, sei auf unsere schöne Homepage verwiesen. Neben diesen „offiziellen“ Terminen“ organisierte die BI zahlreiche Führungen und Spaziergänge im Gartengelände, die Tage der offenen Gärten, viele Stände auf der Berger Straße, dem Rotlintstraßenfest und dem Apfelfest in Seckbach. Weitere Tausende Unterschriften für den Schutz des Gebietes wurden gesammelt.

Das Auftreten der Bürgerinitiative auf allen diesen Veranstaltungen führte zu einer gewichtigen Präsenz in der Presse mit vielfachen Anfragen um Information und Interviews. Die beharrliche Arbeit der Bürgerinitiative fand auch einen, wenn auch schwachen, inhaltlichen Widerhall in der vorsichtigen Modifizierung der Architektenentwürfe auf Grund des Protestes. Mehrfach wurde uns inoffiziell die Anerkennung ausgesprochen, dass der siegreiche Architektenentwurf nur auf Grund der Arbeit der Bürgerinitiative so „gut“ geworden sei.

Wir stehen jedoch weiter zu unserer Aussage aus einem Flugblatt „ Gut ist nicht gut genug. Eine Reduzierung der Zahl der Wohnungen oder gar eine Beschränkung auf die bereits versiegelten Gebiete des Geländes stand nie wirklich zur Debatte. Die gesammelten fast 11 000 Unterschriften fielen unter den Tisch, eine echte Bürgerbeteiligung gab es nicht. Es blieb das Diktum des Planungsdezernenten, dass in vollem Umfang gebaut wird.

Die Bürgerinitiative steht jetzt vor einem Strategiewechsel. Das Planungsverfahren ist abgeschlossen. Die politischen Parteien bleiben ihrem Ansatz treu. Für uns bleibt als Möglichkeit, die Phase der Offenlegung der Bebauungspläne für massive, gut begründete Widersprüche zu nutzen und über diesen Weg einen möglichen Ansatz zu einer Klage zu finden. Gleichzeitig gilt es, den Blick über das Innovationsquartier hinaus zu richten. Die Zahl der möglichen, von der Stadt Frankfurt ins Spiel gebrachten Baugebiete erhöht sich fast wöchentlich, damit aber auch die Zahl und die Intensität der Proteste. Der öffentliche Druck auf die Befürworter des ungebremsten Bauens muss koordiniert und verstärkt werden. Eine erste kleine Konsequenz aus dieser Situation ist, dass die Bürgerinitiative jetzt das stadtweite Bürgerbegehren für den Erhalt von Grünflächen (www.gruenflaeche-erhalten.de) unterstützt. Außerdem ist die Bürgerinitiative dem BUND Hessen beigetreten.

Im kommenden Jahr werden die Themen „Widerspruch gegen die offengelegten Bebauungspläne“ und „Stadtweite Vernetzung des Widerstandes gegen den Verbrauch von Grünflächen, gegen wachsenden Verkehr und gegen die Verschlechterung des Stadtklimas in Frankfurt“ Schwerpunkt sein. Der Vorstand hat beschlossen, die bisherigen weiterlaufenden Aktivitäten der BI und die sporadische Arbeitsgruppe „Texte“ durch zwei neue Arbeitsschwerpunkte zu den oben genannten Themen zu ergänzen. Wir hoffen auf dabei weiterhin auf Eure aktive Unterstützung und Hilfe bei der Einwerbung von Experten.

Bis dahin wünsche ich allen Mitgliedern und Unterstützern einen erholsamen Jahreswechsel und ein gutes Neues Jahr, verbunden mit der Hoffnung, dass wir die neuen Aufgaben im Neuen Jahr ebenso aktiv und erfolgreich bewältigen können wie bisher.

 Folkhart Funk

 PS.: Das nächste allgemeine Treffen der BI findet am 9.1.2018 um 19.00 im Bürgerhaus Bornheim statt.

Begehung der Grünen Lunge mit der Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen

Am 18.12 konnten wir die SPD Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen bei einem knapp zweistündigen Besuch mit der Grünen Lunge bekannt machen. In einem teilweise kontroversen aber immer sehr sachlichen und informativen Meinungsaustausch haben wir mit ihr über die Pläne des Stadtplanungsamtes/Architektenentwurf und unsere alternativen Vorschläge diskutiert.

 

Ein wärmendes Getränk in Peters Garten

Am 7.12 wurde im OBR 3 der Siegerentwurf zur Zukunft der GL vorgestellt

Dieser wirklich sehr gelungene Entwurf von Michaela ist es leider nicht :

 

In der Bürgerfragestunde des OBR 3 mit Vertreter des Stadtplanungsamtes,den Architekten und zahlreich erschienen Bürgern konnte man sogar einen erstaunlichen Konsens konstatieren: Die Klimasituation für die Stadt wird schlechter, die Verkehrssituation in der Friedberger und Dortelweiler wird noch viel chaotischer werden (wenn die Leute viel im Stau stehen werden sie eher in den ÖPNV umsteigen, sagte ein Architekt) , die ökologische Vielfalt kann nur rudimentär erhalten werden, überwiegend wird nach wie vor nicht sozial gefördert gebaut, die erschienenen Bürger waren  nach wie vorin großer Mehrheit gegen die Bebauung…
Die Stadt hält (natürlich) trotzdem an ihrer Planung fest.

Unterschriftenliste

Die Bürgerinitative für den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark e. V. unterstützt das Bürgerbegehren auf Erhalt aller Grünflächen auf dem gesamten Gebiet der Stadt Frankfurt und sammelt Unterschriften für dieses Bürgerbegehren.
In den vergangenen Jahren wurden in der Stadt Frankfurt immer mehr Grünflächen zugebaut und der Boden versiegelt. Die Frisch- und Kaltluftzufuhr wird dadurch eingeschränkt. Diese Frisch- und Kaltluftzufuhr ist wichtig um die Temperaturerhöhung durch den Klimawandel aufzuhalten und den Stickoxid- und Feinstaubsmog in Frankfurt zu mindern. Die Bebauung von Grünflächen, die Verdichtung Frankfurts in der Fläche, insbesondere in der City und den innenstadtnahen Wohngebieten, sollte nur im Ausnahmefall nach einer sorgfältigen Prüfung und der Beteiligung der Bürger Frankfurts erfolgen.

Link zur Unterschriftenliste

Wenn keine Einhausung kommt ist der Ortsbeirat 3 (Nordend) gegen die Weiterplanung des Inno-quartiers

Weithin unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich der Ortsbeirat 3 (Nordend) dafür ausgesprochen, daß eine Weiterplanung  des Ernst-May Viertels/Innovationsquartier von der Einhausung der A661 abhängig gemacht werden soll. Antrag OF 250-3 der Grünen vom 5.6.2017
Am 24.8.2017 wurde der Antrag von Grünen, SPD, CDU, Linke und  Ökolinx gegen die Stimmen der FDP als Punkt 8 der Sitzung angenommen: Sitzungsprotokoll OBR3 vom 24.8 .
Das Ganze ist jetzt eine Empfehlung an den Magistrat der allerdings bisher unbeirrt weitermarschiert.