{"id":17,"date":"2015-07-24T15:55:40","date_gmt":"2015-07-24T13:55:40","guid":{"rendered":"http:\/\/gruene-lunge-am-guenthersburgpark.de\/?page_id=17"},"modified":"2020-12-27T14:12:41","modified_gmt":"2020-12-27T12:12:41","slug":"wer-sind-wir","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gruene-lunge-am-guenthersburgpark.de\/?page_id=17","title":{"rendered":"Wer wir sind"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Website,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>vielleicht haben Sie bereits aus Meldungen in den Zeitungen oder dem Fernsehen davon geh\u00f6rt, dass die Stadt Frankfurt plant, oberhalb des G\u00fcnthersburgparks ein gro\u00dfes Neubauviertel zu errichten. Wir, das hei\u00dft die <em>B\u00fcrgerinitiative f\u00fcr den Erhalt der Gr\u00fcnen Lunge am G\u00fcnthersburgpark e.V., <\/em>haben uns zusammengeschlossen, um dieses Areal als Gr\u00fcnfl\u00e4che zu erhalten. Wir betreiben diese Seite, weil wir die Bewohner der angrenzenden Stadtteile einerseits \u00fcber die Vorhaben der Stadt informieren m\u00f6chten und wir erhoffen uns andererseits, dass Sie sich f\u00fcr unser Anliegen interessieren und Sie uns gegebenenfalls unterst\u00fctzen. Wir w\u00fcrden uns dar\u00fcber freuen, wenn Sie die Informationen, die wir hier kurz zusammengestellt haben, in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis und in Ihrer Nachbarschaft weiter verbreiten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Klimatische Gr\u00fcnde<br \/>\nDas gesamte Gr\u00fcnland n\u00f6rdlich des G\u00fcnthersburgparks hat klimatisch wichtige Funktionen. Es dient als Frisch- und Kaltluftschneise f\u00fcr die Luft aus der Wetterau nach Frankfurt. Die Gr\u00fcne Lunge am G\u00fcnthersburgpark ist Glied in der Kette (Gr\u00fcne Zunge oder auch Speiche genannt) Lohrberg, Huthpark, Bornheimer Friedhof, G\u00fcnthersburgpark, Gr\u00fcne Lunge und Hauptfriedhof. Dieser Bereich stellt die drittgr\u00f6\u00dfte Kaltluftschneise Frankfurts (neben dem Main und dem Gr\u00fcng\u00fcrtel) dar. Er ist allerdings die einzige zusammenh\u00e4ngende Gr\u00fcnfl\u00e4che, die die aufgeheizte und schlecht bel\u00fcftete Innenstadt von Norden her versorgt. Der von der Stadt geplante Bau des sogenannten Innovationsquartiers w\u00fcrde wie eine Staumauer die Frisch- und Kaltluftzufuhr in die Innenstadt stoppen. Die Gr\u00fcne Lunge am G\u00fcnthersburgpark ist eine viele Hektar gro\u00dfe Gr\u00fcnfl\u00e4che, sie ist dicht mit B\u00e4umen und B\u00fcschen bepflanzt. Sie wirkt als K\u00e4ltepuffer der zunehmenden Erw\u00e4rmung der n\u00f6rdlichen Stadtteile und der Innenstadt entgegen.<\/p>\n<p>Hierzu hat das Umweltamt Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in seiner Studie \u201eFrankfurt legt Wert auf gutes Wetter\u201c im Jahre 2014 folgendes ver\u00f6ffentlicht:<\/p>\n<p>\u201eDurch die globale Klimaerw\u00e4rmung wird die Hitzebelastung auch in Frankfurt weiter steigen. Minderungsma\u00dfnahmen sind zum einen die F\u00f6rderung der Luftleitbahn und zum anderen die Schaffung von Vegetationsvernetzungen, welche Schatten und Verdunstungs-k\u00fchle erzeugen.\u201c<br \/>\nUnd weiter als Ergebnis einer Klimasimulation des DWD:<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr Frankfurt ergibt sich danach bis zum Jahr 2050 eine Zunahme der mittleren j\u00e4hrlichen Anzahl von Sommertagen von derzeit etwa 44 Tagen pro Jahr um weitere 5 bis 31 Tage. Damit wird Mitte des Jahrhunderts im Sommerhalbjahr jeder 2. bis 4. Tag in Frankfurt w\u00e4rmer als 25 Grad C sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass Hitzesommer wie beispielsweise im Jahr 2003 h\u00e4ufiger auftreten werden, nimmt bis Mitte des Jahrhunderts zu.\u201c<\/p>\n<p>Auch die Studie <em>Frankfurt legt Wert auf gutes Klima<\/em> des Umweltamtes der Stadt Frankfurt kommt zu dem Schluss, \u201eAls Faustregel gilt: die Neuanlage von Gr\u00fcnstrukturen kann die \u00dcberw\u00e4rmung um bis zu 50% reduzieren, bauliche Verdichtung dagegen eine Erh\u00f6hung der \u00dcberw\u00e4rmung um bis zu 50% bewirken.\u201c (Quelle Umweltamt Stadt Frankfurt \u2013 Frankfurt legt Wert auf gutes Klima).<\/p>\n<p>Diese Forderung des Umweltamtes ist das genaue Gegenteil dessen, was das Planungs-amt mit der gro\u00dffl\u00e4chigen Wohnbebauung durch das sogenannte Innovationsquartier bewirken wird. \u00d6kologisch wertvolle Fl\u00e4chen sollen vernichtet werden. Die geplante Bebauung konterkariert die Studie des Umweltamtes der Stadt. Mit der derzeitigen Ziel-setzung wird nicht den \u00f6kologischen Interessen des Umweltamtes gefolgt, sondern den vorwiegend monet\u00e4ren Zielen des Stadtplanungsamtes. Mit den Erl\u00f6sen aus dem Verkauf der geplanten Immobilien soll ein Teil der Einhausung der Autobahn A661 n\u00f6rdlich der Friedberger Warte finanziert werden. In den Studien, in denen das Planungsamt der Stadt das \u201eInnovationsquartier\u201c zeigt, ist dieses eingebunden in umfangreiche Gr\u00fcnfl\u00e4chen, die aber nur realisiert werden k\u00f6nnen, wenn die Autobahn \u00fcberdacht wird. Da aber Bauvorhaben, die Bundesautobahnen betreffen, nicht von der Stadt in Eigenregie geplant werden k\u00f6nnen, ist es unklar, wann die geplante Einhausung \u00fcberhaupt kommt. Ungeachtet dessen soll die bestehende Gr\u00fcnfl\u00e4che aber zeitnah versiegelt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00d6kologische Gr\u00fcnde<br \/>\nIn den G\u00e4rten lebt aufgrund der kleinparzelligen Strukturen und der sehr unterschied-lichen Gestaltung eine unz\u00e4hlige Vielfalt an V\u00f6geln, Insekten, Kleins\u00e4ugern, Kriechtieren, usw. Eine gro\u00dfe Anzahl von z.T. sehr alten Obstb\u00e4umen, Nadelh\u00f6lzern, \u00f6kologisch wertvollem Totholz, Hecken, Komposthaufen und eine Vielfalt an Gem\u00fcse und Bl\u00fcten-pflanzen bereichern das Gel\u00e4nde. Diese Vielfalt, die nicht nur aus \u00f6kologischer Sicht von gro\u00dfer Bedeutung ist, tr\u00e4gt auch zur Freude und Belebung des st\u00e4dtischen Spazier-g\u00e4ngers bei. Sie ist nur m\u00f6glich, weil die G\u00e4rten all die Habitate anbieten, die es im bebauten Raum nicht gibt. Vergleicht man die bestehende Gartenlandschaft mit dem \u00f6kologischen Wert gestalteter Gr\u00fcnfl\u00e4chen in Neubauvierteln, wird schnell deutlich, welche Vielfalt hier geopfert werden soll. Zudem beeintr\u00e4chtigt die geplante Bebauung auch den nat\u00fcrlichen Wasserhaushalt. Der oberfl\u00e4chliche Abfluss wird gesteigert und die Grund-wasserspende verringert. Die Grundwasserbelastung und die Stoffkonzentration steigen, da weniger N\u00e4hr- und Schadstoffe durch den Boden gefiltert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die UN haben das Jahr 2015 zum internationalen Jahr des Bodens ausgerufen, um darauf aufmerksam zu machen, dass unser Boden ein wertvolles und begrenztes Gut darstellt, das wir alle sorgsam behandeln und nutzen sollten. Denn Boden ist eine endliche Ressource. (Quelle Bundesumweltamt). Nat\u00fcrlich wird man in Ballungsr\u00e4umen wie dem Rhein-Main-Gebiet nicht auf den Bau neuer Wohnungen verzichten k\u00f6nnen. Aber mit Sorgfalt sollte ausgew\u00e4hlt werden, welche bereits versiegelten Fl\u00e4chen hierf\u00fcr sinnvoll umgewandelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Soziale Gr\u00fcnde<br \/>\nDas Nordend ist der Stadtteil mit der h\u00f6chsten Bebauungsdichte in ganz Europa (J. Hara-schain in: Das Nordend \u2013 Geschichte und Gegenwart, 2014). In einem Stadtteil mit solch hochverdichtetem Wohnbedingungen muss es unbedingt Ausgleichsfl\u00e4chen geben, die ein stadtteilnahes Gegengewicht bilden. Dichtes Wohnen f\u00fchrt oft genug zu sozialem Stress und Gesundheitsst\u00f6rungen. Gerade hier kommt den Freizeitg\u00e4rten eine gro\u00dfe Bedeutung zu. Sie schlie\u00dfen sich direkt an die bebauten Fl\u00e4chen an, dienen den Bewohnern als Erholungsort, bieten Ausgleich zur Arbeit oder stiften Sinn im Ruhestand. In den G\u00e4rten spielt sich ein vielf\u00e4ltiges soziales Leben ab. Kinder werden an die Natur herangef\u00fchrt, lernen einen behutsamen Umgang mit ihrer Vielfalt. Arbeitst\u00e4tige Menschen finden in der Gartenarbeit einen Ausgleich. Viele G\u00e4rtner versorgen sich durch ihre G\u00e4rten selbst mit frischen, \u00f6kologisch wertvollen Nahrungsmitteln. \u00c4ltere Menschen, die nicht mehr in den Berufszusammenhang eingebunden sind, brauchen oft eine Aufgabe. Sie h\u00e4ngen mit Leib und Seele an ihren kleinen Gartenoasen. Manche dieser Parzellen werden schon seit mehreren Generationen von den gleichen Familien bewirtschaftet. In anderen G\u00e4rten wiederum haben Mitb\u00fcrger aus anderen L\u00e4ndern ein St\u00fcck g\u00e4rtnerisch gestaltete Heimat gefunden. Integration am Gartenzaun funktioniert, es findet ein lebhafter Austausch statt.<\/p>\n<p>Unterschiedlichste Vereine &#8211; vom Abenteuerspielplatz bis zum Kleintier-Zuchtverein &#8211; haben ihre Heimat im Bereich der Gr\u00fcnen Lunge. In gewachsenen Strukturen erleben die Menschen das Miteinander verschiedener Generationen oder das Zusammenwachsen zahlreicher Kulturen. Eigentlich ist die Gr\u00fcne Lunge ein kleines Abbild Frankfurter Lebens. Solch ein Kosmos kann nicht umgesetzt werden. Selbst wenn die Stadt Ausgleichsfl\u00e4chen zur Verf\u00fcgung stellen sollte, w\u00e4re die Zerst\u00f6rung der Gr\u00fcnen Lunge auch das Ende einer seit Generationen gewachsenen Kultur des gelebten Miteinanders.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Unserer Ansicht nach verfolgt das Planungsamt der Stadt Frankfurt sehr kurzfristig gedachte Ziele. Unter dem Druck, neuen Wohnraum schaffen zu m\u00fcssen, wird die Zerst\u00f6rung wertvoller Gr\u00fcnfl\u00e4chen und Sozialr\u00e4ume in Kauf genommen, die unwiederbringlich sind. Dabei erscheint uns der eingeschlagene Weg der Planer vor allem der erhoffte Weg des geringsten Widerstandes zu sein, weil man offensichtlich glaubt, dass die Betroffenen keine Lobby in den Entscheidungsgremien haben. Andere Planungen sind denkbar, wahrscheinlich aber finanziell weniger interessant. Deshalb hoffen wir darauf, dass m\u00f6glichst viele Bewohner der angrenzenden Stadtteile erkennen, dass der Bau des geplanten \u201eInnovationsquartiers\u201c nicht nur wenige Gartenfreunde betrifft, sondern weit-reichende und unabsehbare Folgen f\u00fcr das Klima und die Lebensqualit\u00e4t vieler Menschen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei Interesse nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>B\u00fcrgerinitiative f\u00fcr den Erhalt der Gr\u00fcnen Lunge am G\u00fcnthersburgpark (BIEGL G\u00fcnthersburgpark) e.V.<\/p>\n<p>Kontakt: info@gruene-lunge-am-guenthersburgpark.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Website, &nbsp; vielleicht haben Sie bereits aus Meldungen in den Zeitungen oder dem Fernsehen davon geh\u00f6rt, dass die Stadt Frankfurt plant, oberhalb des G\u00fcnthersburgparks ein gro\u00dfes Neubauviertel zu errichten. 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